
Leben.Lieben.Lachen
Manchmal denke ich: Das Leben ist ein wunderbares Durcheinander.
Voller Irrungen und Wirrungen, voller Kurven und Kreuzungen – und trotzdem, oder gerade deshalb, so schön.
Ich liebe das Leben.
Ich lache gerne.
Und ich sehe das Kleine – das, was leicht übersehen wird.
Ein Sonnenstrahl auf dem Küchentisch.
Ein Lächeln, das mich trifft.
Ein stiller Moment, in dem man plötzlich spürt: Ich bin da. Ich lebe.
Ich habe in meinem Leben schon viele Wege ausprobiert.
Als Pastoralreferent durfte ich Menschen begleiten – bei Hochzeiten, in Trauer, in Krisen und Neubeginn.
Ich habe gepredigt, gefeiert, getröstet, zugehört.
Ich war Stadtjugendseelsorger, Leiter eines Jugendpastoralen Zentrums, in Vereinen aktiv – als Vorsitzender oder Kassenwart –, in Ausschüssen für Jugend und Familie, Schöffe im Jugendgericht und Leiter einer Jugendbildungsstätte.
Ich habe Menschen in Freude und bei Krisen begleitet, Jugendliche in Kursen erlebt, Hoffnungen wachsen sehen.
Ich war Notfallseelsorger – in Nächten, in denen man einfach nur da ist und nichts sagen muss.
Diese Jahre haben mich geprägt.
Sie haben mir gezeigt, wie stark und wie zerbrechlich Menschen sind – und wie nah beides beieinanderliegt.
Dann kam eine andere Zeit.
Ich wollte etwas Neues, etwas Eigenes.
Ich gründete Brox Camper – mit Begeisterung, mit Ideen, mit dem Wunsch, Menschen ein Stück Freiheit und Leichtigkeit zu schenken.
Es lief anfangs und im Aufbau sehr gut – und es hat unglaublich viel Freude gemacht.
Doch irgendwann veränderte es sich.
Die Folgen von Corona trafen auch uns: Lieferengpässe, stark steigende Preise, Unsicherheiten, Kaufeinbrüche.
Von einem Tag auf den anderen brach vieles weg.
Rückschläge, Schulden, Insolvenz, Fehler, Verurteilung, Sozialstunden.
Ja, ich bin gefallen.
Aber ich habe auch gelernt, hinzuschauen.
Nicht zu fliehen, nicht die Schuld bei anderen zu suchen, sondern Verantwortung zu übernehmen – und genau deshalb weiterzuleben.

Es waren keine leichten Tage.
Unsicherheit. Angst. Scham.
Aber auch ehrliche Gespräche, stärkende Blicke, Mut, der langsam zurückkehrt.
Ich habe gemerkt, wie stark man wird, wenn man nicht wegläuft.
Und dass man irgendwann wieder lachen kann – über sich, über das Leben, über all die kleinen Verrücktheiten, die dazugehören.
Alles ist noch nicht sortiert.
Nicht alles leicht. Nicht alles vorbei.
Ein Urteil liegt hinter mir – und es wirkt nach.
Auch die Sozialstunden gehören dazu – als Teil meines Weges, als Teil des Lernens.
Manches braucht Zeit.
Aber es geht weiter.
Ich kann mich im Spiegel wieder anlachen.
Und das fühlt sich befreiend an.
Vielleicht musste ich genau das erleben.
Nicht, um zu scheitern, sondern um zu verstehen, was Leben wirklich meint.
Ich weiß jetzt, wie sich Scheitern anfühlt.
Und ich weiß, dass es weitergeht.
Dass Menschsein nicht darin liegt, alles richtig zu machen –
sondern sich immer wieder neu auf den Weg zu begeben.
Heute bin ich wieder da, wo mein Herz zuhause ist.
Bei den Menschen.
Beim Zuhören, Begleiten, Feiern, Aushalten.
Darum gibt es jetzt Herzklang.Seelenwort.
Gemeinsam mit Christine.
Wir gestalten Freie Trauungen, Trauerfeiern, Willkommensfeste und Begleitungen – ehrlich, persönlich, mit den Menschen.
Weil ich weiß, wie kostbar Begegnung ist.
Weil ich glaube, dass jedes Leben erzählt werden darf.
Und weil es schön ist, wenn Worte und Feiern verbinden.
Ich möchte Menschen begleiten – nicht, weil es mein Beruf ist,
sondern weil es das ist, was ich wirklich will.
Ich möchte zuhören, aushalten, mitgehen.
Ich möchte Freude teilen, Stille halten,
und Worte finden, die dem Leben gerecht werden.
Ich bin dankbar.
Für meine Familie, für Freundschaften,
für Vertrauen, das mich trägt, hält und stärkt.
Für all das, was schiefging – und für das, was neu begann.
Für das Leben, das mich nie losgelassen hat.
Ich lebe.
Ich liebe.
Ich lache.
13.11.2025 von Holger

Eure Kommentare
Peter Berres, 15.11.2025
Hallo Holger,
dein leben, lieben und lachen fasziniert mich und ich finde es sehr sympathisch. Vor allem, weil du in deiner Lebensgeschichte die Niederlagen und Misserfolge nicht ausläßt, sondern gerade daraus lernen willst. Und da ist dein Wunsch, anderen Mut zu machen, besonders bemerkenswert. Ich kann das beurteilen, weil ich selbst in jüngster Vergangenheit mutmachende Menschen um mich haben durfte. Die haben mir mit Wort und Tat Mut gemacht, aus einem tiefen Loch zwischen Leben und Tod herauszukrabbeln. Darum möchte ich dir mit diesem Kommentar von mir aus Mut machen, deine dir selbst gestellte Aufgabe mit Lust und Begeisterung anzugehen, damit viele sagen können: ich lebe, ich liebe, ich lache. In diesem Sinn:
VIEL ERFOLG
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